Start 650 Jahre

Jetzt ist Gittersdorf 650 !

Wir haben gefeiert ! !   ZUM ERSTEN BERICHT


Alte Zeiten, fast vergessene Geschichten, was können wir heute noch damit anfangen? postkarteSo werden sich vielleicht einige fragen. Doch indem wir uns der Geschichte erinnern und diese nachempfinden, erfahren wir vieles für unsere Zeit und unsere  Zukunft. Zukunftsträchtige Erinnerung nennt man das – ein Dorfalter von 650 Jahren ist dafür ein guter Anlass.

Einiges zur Gittersdorfer Geschichte:

Erste urkundliche Erwähnung findet unser Dorf 1356 als Gutswinsdorf im Archiv der Abtei Hersfeld. Der Name wandelt sich dann bis 1639 hin zum heutigen Gitterdorf. 1610 werden 35 Haushalte angegeben, 1747 sind es 32. Aus dem Jahre 1821 gibt es eine ausführliche Chronik unseres Dorfes: „Es lieget eine starke Wegstunde von der Stadt Hersfeld im Geißgrunde zwischen den Bergen“. Daran hat sich nichts geändert – doch wer läuft noch diese Strecke?

wd-07Der „Geißfluss“ trieb schon damals unsere Mühle an, im Wasser konnten  noch Krebse gehegt werden. Trinkwasser im Dorf war wohl eher knapp, es gab nur drei Ziehbrunnen. Ein Schulhaus war vorhanden, ein Backhaus ebenfalls, sogar Bier durfte gegen Entrichtung eines Obolus an die „Kurfürstliche Oberrentkammer zu Caßel“ gebraut werden. „Die Dorfschaft besteht in etwa aus 40 Häusern mit Feuerstätten. Darin wohnen 35 Männer, 39 Weiber, 54 Söhne, 64 Töchter, 6 Knechte und 7 Mägde – insgesamt also 205 Menschen. Dazu kommen 14 Pferde, 48 Ochsen, 46 Kühe und 510 Schafe.”

„Die Gemeinde hat keine Schulden.” Ja, „gute alte Zeit!“

1895 zählte Gittersdorf  315 Einwohner, 1939 waren es 286, 1963 bereits 379.
Diese Zahl ist dann in etwa bis heute so geblieben.

Mittelpunkt und Wahrzeichen unseres Dorfes ist und bleibt unser gotisches Kirchlein, das deshalb auch das Logo des Heimatvereins ziert. Umgeben von einer alten Trockensteinmauer aus heimischem Buntsandstein steht es inmitten des ehemaligen „Todtenhofes“. Während das Erdgeschoss (mit einem ostwärts gerichteten Chor) aus verputzten Bruchsteinen aufgebaut ist, handelt es sich bei dem Obergeschoss um eine teilweise spätmittelalterliche Fachwerkkonstruktion. Laut dendrologischem Gutachten (zu welchen Jahren passt der Jahrringaufbau?) wurde die Erbauungszeit der is-0702Dachkonstruktion auf das Jahr 1495 angesetzt. Kolumbus „entdeckte“ Amerika – und Gittersdorf hatte „schon“ seine Kirche.  Unter dem Kalkanstrich des Gottesdienstraumes liegen fachgerecht abgedeckte mittelalterliche Malereibestände. Reste von alten Wehranlagen unter dem Dach deuten darauf hin, dass das Gebäude auch als Zufluchtsort für die Einwohner gedient haben muss.

Im Dorfkern gibt es zahlreiche schöne Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu bewundern, die von ihren Bewohnern sorgsam und liebevoll unterhalten werden. An der Geisbrücke lohnt sich ein Blick bachaufwärts zur verträumten 1832 erbauten schmalen Naturstein-Bogenbrücke. In Gittersdorf hatte die einstmals weltbekannte Hersfelder Tuchfabrik Rechberg ihren Ursprung – nämlich in der jetzigen Mühle. Erst 1873 wurde die Fabrikation nach Hersfeld verlegt, die größere Wasserkraft und der Bahnanschluss waren wohl die Beweggründe. Eine kleine backsteingemauerte Industriehalle hält (als ehemaliger Kuhstall) die Erinnerung daran aufrecht. Zwei Fachwerk-Backhäuser bereichern ebenfalls die Dorfansicht und werden noch betrieben. Natürlich gibt es Neubauten, die Gittersdorf nach allen Seiten erweitert haben. Die längste Straße in unserem Dorf aber ist die Hählganser Straße – sie ie misst gut einen Kilometer von der Bundestraße bis zum letzten Haus.

 

“Alte Zeiten, neuer Schwung – unser Dorf bleibt jung” - 
das Motto unserer 650-Jahr-Feier

 

 
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